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Zwei Tage nach dem jüngsten WerteNAVI-Seminar Anfang September, sitzt GaMi-Referentin Susanne Hornauer an dessen Nachbereitung. Die Dokumentation ist ihr wichtig, um Ergebnisse zu sichern - und sichtbar zu machen. "Ich habe gestaunt, wie schnell die Auszubildenden als Gruppe zusammengewachsen sind", sagt sie beeindruckt.
Zehn junge Frauen und Männer aus den drei Ausbildungsstätten von martas haben zwei Tage in der landeskirchlichen, Ev. Jugendbildungsstätte "Haus Kreisau" für Berufsschularbeit verbracht. Miteinander, mit Susanne Hornauer von der Berliner Gasthausmission, und mit Sozialpädagogin Ulrike Eichler. Die Azubis kommt von martas Hotel Albrechtshof in Mitte, den martas-Gästehausern am Berliner Hauptbahnhof, sowie martas Hotel in Lutherstadt Wittenberg. Einige sehen sich zum ersten Mal. Die Wittenberger besuchen nämlich nicht das Berliner OSZ Gastgewerbe, sondern gehen in die Berufsschule Dessau. Alle sind erst vor wenigen Wochen in die Ausbildung gestartet. Sie lernen Koch, Fachmann bzw. Fachfrau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie oder Hotelfach. Die Hälfte der Gruppe hat Wurzeln in einer anderen Kultur, Vietnam, Korea, Somalia, Frankreich, die Ukraine.
Das WerteNAVI ist ein Angebot der Berliner Gasthausmission, um junge Menschen über die eigene Wertebiografie ins Gespräch und in Reflexion zu bringen. Eine Haltung, die im Berufsfeld von Hotel- und Gastgewerbe wesentlich ist - nicht nur im Umgang mit Gästen, Kolleginnen, Kollegen und Vorgesetzten. Sie stärkt auch die eigene Resilienz und Selbstwirksamkeit: (Wie) Bin ich eine gute Gastgeberin oder eine guter Gastgeber? Ein Baustein, der die Diskussion anregt, ist die biblische Erzählung vom barmherzigen Samariter aus Lukas 10: Der Mann aus Samarien bezahlt einen Wirt dafür, dass er sich um das Opfer des Überfalls kümmert, es pflegt und für Essen und Unterkunft sorgt. Der Wirt erweist sich vertrauenswürdig und hilfsbereit. Im Team wir(t)d das!
Das WerteNAVI ist ein exklusives GaMi-Format. Susanne Hornauer bietet die Seminare seit 2019 an. Am besten funktionieren sie über zwei Tage, "denn es ergeben sich Gespräche, die teils sehr persönlich sind. Dafür braucht es Anlaufzeit", hat sie über die Jahre beobachtet. Ihr Fazit trifft auf die Realität des Berufsalltags, wo es nicht überall möglich ist, die Auszubildenden volle zwei Tage vom Dienst oder in der Berufsschule freizustellen. Entsprechend gibt es das WerteNAVI im fluiden Format, das sich den Voraussetzungen des jeweiligen Betriebs anpasst - heißt: auch ein Halbtagesseminar ist inzwischen durchführbar, vor Ort, quasi direkt am Arbeitsplatz der jungen Menschen.
Die nächste Neuerung kündigt Susanne Hornauer selbst an: "Ich möchte das WerteNAVI in jüngere Hände abgeben, damit die Seminarleitung näher an der Zielgruppe bleibt." Das sei eine Generationenfrage, nicht nur, "weil das eigene Wertesystem immer die Momentaufnahme einer Lebensphase ist". Es entstehe noch mehr Augenhöhe, wenn Teilnehmende und Leitende nicht zu weit in ihrem Lebensalltag auseinanderlägen. Infos zur Stellenausschreibung HIER
Das WerteNAVI richtet sich an Auszubildende aller gastronomischen Berufe, sowie des Hotelgewerbes - und an deren berufsverantwortliche Ausbilder:innen. Das Profil der Berliner Gasthausmission bedeutet, dass die Inhalte christlichen Charakter haben. Die Frage: "Woran glaubst du?" gehört ebenso ins Seminar wie ein meditativer Stationen-Spaziergang, bei dem die jungen Menschen darüber nachdenken, was sie trägt. Den Azubis der martas-Häuser kamen die Antworten leicht über die Lippen. "Betriebe ohne ausgewiesen christliches Profil sind genauso angesprochen", betont Susanne Hornauer. Die Werte-Seminare biete die GaMi allen Einrichtungen an. "Das Programm wird entsprechend abgestimmt. Jedes WerteNAVI ist anders. Aber es fügt sich immer", freut sich die Referentin.
Die Termine mit den Betrieben sind immer zu Beginn des Ausbildungsjahres. Für Berufsschulklassen gilt das Angebot das ganze Jahr hindurch.
Text: T. Kasischke / Fotos: S. Hornauer

